Der Arthroskopie-Kurs 2011 - ein Review

Von OA Univ.-Doz. Dr. Christian Wurnig




Mit 26 Teilnehmern aus aller Welt und 12 Referenten (von der Schweiz bis Saudi-Arabien) war der heurige Arthroskopiekurs, der wie gewohnt auf der Anatomie in Wien unter der Leitung von  Dr. Wurnig und Dr. Landsiedl stattfand, wieder voll ausgebucht.

Der 2-tägige Kurs besteht aus einem theoretischen Teil und 8 Stunden Training im wet lab. Christan Wurnig stellte bei Schulterluxationen die offene der arthroskopischen Technik gegenüber.

Er zeigte, dass beide chirurgischen Eingriffe der konservativen Therapie überlegen sind, bezüglich Reluxation und Beweglichkeit liefern sowohl offene als auch arthroskopische Techniken vergleichbare gute Resultate. Jan Leuzinger, Pfäffikon stellte die Technik des arthroskopischen Latarjet-Procedures bei Schulterinstabilität vor. In einem weiteren Vortrag präsentierte Leuzinger seine Patch-Augenmentations-Technik, die bei Defektdeckung bei Rotatorenmanschetten-Läsionen eingesetzt werden kann.
Im Gegensatz zu den früheren Modellen, die noch aus Schweinemukosa hergestellt wurden, sind die jetzigen Patches humanen Ursprungs und führen zu geringeren allergischen Reaktionen.

Knotenworkshop

Besonders viel Anklang fand der Knotenworkshop, bei dem spezielle Techniken für verschiedene Knoten und Anker geübt werden konnten.
Peter Ogon aus Freiburg sprach über die subacromiale Dekompression und AC-Gelenks-Resektion. Er wies darauf hin, dass besonderes Augenmerk bei der arthroskopischen AC-Gelenks-Resektion darauf zu legen sei, nur maximal 5-8mm zu resezieren, um Instabilitäten zu vermeiden.

Im nachfolgenden Referat über die Kalkschulter stellte er seine Quadranten-Technik vor. Er betonte, dass die komplette Kalkdepotausräumung nicht notwendig ist, da es zu einer spontanen Rückbildung der verbleibenden Kalkschatten innerhalb von 1-2 Jahren kommt. Eine Dekompression ist bei der Tendinitis calcarea nicht notwendig.

Edi Buess aus Bern stellte die single row der double row-Technik bei RM-Rekonstruktionen gegenüber. Zunehmend werden knotenlose Anker der neueren Generation aus neuen Materialien (PEEK, Biocryl Rapid) verwendet. Seine Empfehlung lautet: knotenlose Anker für die distale Reihe mit den gewohnten Ankern der proximalen Reihe zu kombinieren.

Über Behandlungsoptionen bei der Frozen Shoulder referierte Michael Kasparek. Ernst Wiedemann aus München referierte über Probleme des Bizepssehnenankers und diskutierte intensiv die Methodik der Tenodese versus Tenotomie. Christoph Spormann aus Zürich stellte Behandlungsalgorithmen für die akute und chronische AC-Gelenksluxationen vor.

Ellbogenarthroskopie


Besonders vielversprechend bei der chronischen Situation erwähnte er die arthroskopische Technik mit Graft rope. Martin Chochole zeigte die Prinzipien der Ellbogenarthroskopie vor und beschrieb die unterschiedlichen Portale. Besonders freie Gelenkskörper und das posterolaterale Impingement sind gute Indikationen für die Arthroskopie, meine C. Wurnig. F. Landsiedl sprach über die arhtroskopische Therapie der Bewegungs-einschränkung durch Arthrofibrose des Ellbogengelenks und betonte, dass diese technisch anspruchsvolle Methode sehr erfolgreich sei, sobald die flache Lernkurve überwunden ist.

Indikationen für die Handgelenksarthroskopie präsentierte Martin Chochole: Synovektomie, Knorpelrepair und TFCC-Läsionen und Ganglionektomie und die Handgelenksinstabilität.

Karl-Heinz Kalb aus Bad Neustadt beschrieb ausführlich Anatomie, Differenzialdiagnose und unterschiedliche therapeutische Ansätze bei TFCC-Läsion und M. Kienböck.

Nächstes Jahr findet das 15th Vienna Arthroscopy Forum zum Thema Hüfte, Knie Sprunggeelnk am31.8. und 1.9.2012 statt.