Eine OP-Szene
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Bandscheibenvorfall: Endoskopische Sequestrektomie

Erfahrungsbericht
Innovation
Medizin

Weniger Trauma
Schnellere Rückkehr in die Aktivität

Bandscheibenvorfälle gehören zu den häufigsten und belastendsten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Viele Patientinnen und Patienten kennen das Bild: akute oder chronisch zunehmende Schmerzen mit Ausstrahlung in Bein oder Arm, Taubheitsgefühle, im schlimmsten Fall motorische Ausfälle. Konservative Maßnahmen helfen einem Großteil – doch wenn sie versagen, stellt sich rasch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und der richtigen operativen Methode. Hier möchten wir einen Einblick geben, was unsere Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie am Orthopädischen Spital Speising für betroffene Patientinnen und Patienten anbietet.

Minimal-invasive Technik

Die endoskopische Sequestrektomie hat sich in den vergangenen Jahren als echte Alternative zur offenen (mikroskopischen) Bandscheibenoperation etabliert. Bei dieser minimal-invasiven Technik wird über einen einzigen kleinen Hautschnitt von wenigen Millimetern ein schlankes Endoskop eingebracht, das dem Operateur eine hochauflösende Sicht auf den Operationssitus ermöglicht. Der vorgefallene Bandscheibenanteil – der Sequester – wird präzise entfernt, ohne die umliegende Muskulatur nennenswert zu schädigen. Genau darin liegt ein wesentlicher Vorteil gegenüber der klassischen offenen Technik: Es entfällt das ausgedehnte Abspreizen und Ablösen der paravertebralen Muskulatur, was postoperativen Schmerz und Erholungszeit deutlich reduziert.

In wenigen Wochen wieder voll belastbar

Besonders von diesem Verfahren profitieren jüngere, körperlich aktive Patientinnen und Patienten – Menschen, die rasch in ihren Berufsalltag, in den Sport oder in ihre familiären Verpflichtungen zurückkehren möchten. Die kürzere Krankenhausverweildauer, die geringere postoperative Schmerzmittelbelastung und die beschleunigte Rehabilitation sprechen für sich. Viele unserer Patientinnen und Patienten sind bereits wieder am OP-Tag mobil und können binnen weniger Wochen wieder voll belastet werden – ein Unterschied, der im Gespräch mit Betroffenen oft ausschlaggebend ist.

An der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie haben wir in den vergangenen Monaten gezielt in diesen Bereich investiert. Unter der Leitung von Prim. Prof. Dr. Petra Krepler, wurde neues technisches Equipment (Instrumente) angeschafft und modernste Technologie in den Operationsablauf integriert. Damit bauen wir unsere Kapazitäten aus und können mehr Patientinnen und Patienten mit dieser OP Methode versorgen. Diese Patientengut profitiert, aufgrund des akuten Beschwerdecharakters, besonders von zeitnahen Operationsterminen.

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Information für Mediziner*innen:

Wir freuen uns über Ihre Zuweisungen in unsere Wirbelsäulenambulanz und stehen für eine gemeinsame Therapieplanung gerne zur Verfügung. Bei akuten Fällen – etwa bei progredienten neurologischen Ausfällen oder starkem Leidensdruck – erreichen Sie uns direkt und unkompliziert über das Zuweisertelefon der Wirbelsäulenambulanz. Kurze Wege und kollegialer Austausch sind uns wichtig.

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